Glossar

Übersicht und Erklärung medizinischer Begriffe rund um das Thema CED

Adhäsionsmoleküle

Strukturen an der Oberfläche vieler Zellen (z. B. Leukozyten), die z. B. durch zytokinevermittelte Signale zur Zellwanderung aus den Gefäßen in das Gewebe weiterleiten und damit z. B. die Reaktionskette zur Entzündung weiterführen.

Anämie

Blutarmut, Verminderung der roten Blutkörperchen.

Anamnese

Vorgeschichte des Patienten.

Antikörper

Vom Immunsystem gebildeter Eiweißstoff, der speziell gegen eine bestimmte Substanz oder Struktur – ein Antigen – gerichtet ist. Der Antikörper kann ganz gezielt „sein“ Antigen an sich binden und dadurch unschädlich machen. Antikörper können auch als Medikamente gentechnologisch hergestellt werden.

Biologika

Körpereigenen, natürlichen Stoffen nachempfundene Medikamente.

Biopsie

Entnahme von Gewebe zur weiteren Untersuchung.

Crohn’s Disease Activity Index (CDAI)

Der Morbus Crohn Aktivitätsindex kann zur Beurteilung des Schweregrades der Erkrankung eingesetzt werden. Er umfasst folgende Kriterien:

  • Anzahl der flüssigen Stühle in den letzten 7 Tagen
  • Bauchschmerzen in den letzten 7 Tagen
  • allgemeines Wohlbefinden
  • Vorhandensein extraintestinaler Manifestationen
  • Einnahme von Medikamenten gegen Durchfall
  • Vorhandensein eines tastbaren Widerstands im Bauchbereich
  • Hämatokrit (Volumenanteil der roten Blutkörperchen)
  • Körpergewicht

Anhand dieser Parameter wird ein Punktwert als Maß für die Krankheitsaktivität berechnet. Ein CDAI-Wert von = 150 Punkten entspricht einer Remission. Werte von >300 Punkten kennzeichnen eine mittlere bis schwere Krankheitsaktivität.

C-reaktives Protein (CRP)

Protein, dessen Serumkonzentration bei bakteriellen sowie nicht-infektiösen entzündlichen Prozessen innerhalb von Stunden bis zum 1000-fachen ansteigen kann.

Disposition

Anfälligkeit für die Ausbildung von Krankheiten.

Durchfall, chronischer

Chronischer Durchfall ist sicherlich ein Leitsymptom bei CED. Wenngleich chronischer Durchfall (>4 – 6 Wochen) generell ein sehr unspezifisches Symptom ist und auch als Folge von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Medikamentennebenwirkungen oder anderen Erkrankungen (z. B . Reizdarm) auftreten kann.

Endoskopie

Untersuchung (Spiegelung) von Hohlorganen, z. B. des Darms, mit einem Endoskop (Schlauch mit optischem System). Es gibt verschiedene Formen der Endoskopie: Koloskopie: Dickdarmspiegelung über den After bis in das Zökum (Blinddarm). Ileokoloskopie: Dickdarmspiegelung bis zum letzten Segment des Dünndarms (terminales Ileum). Rektoskopie bezeichnet die Spiegelung des Enddarms. Sigmoidoskopie ist die Spiegelung von Enddarm und dem benachbarten Teil des Dickdarms (Sigma). Die Gastroskopie bezeichnet die Spiegelund des Magens und des Zwölffingerdarms über den Mund.

Entzündung

Reaktion des Immunsystems auf tatsächliche oder mutmaßliche Feinde des Körpers, um diese effektiv abzuwehren; häufig handelt es sich dabei um potenzielle Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren.

Erythema nodosum

Hauterscheinung – überwärmter, rot-lila, bis zu 5 cm großer und schmerzhafter Knoten, meist an den Unterschenkeln.

Fistel

Krankheitsbedingt entstandene Verbindung zwischen einer Körperhöhle (z. B. dem Darm) und der Hautoberfläche oder einer anderen Körperhöhle.

Fresszelle

siehe Phagozyt

Gastroskopie

siehe Endoskopie.

Ileokoloskopie

siehe Endoskopie.

Immunsystem

Sammelbezeichnung für sämtliche Vorgänge, Zellen und Substanzen der körpereigenen Abwehr.

Inkontinenz

Unfreiwilliger Abgang von Stuhl (anale Inkontinenz) oder Harn (Harninkontinenz).

Klysma

Darmeinlauf z. B. zur Anwendung von Arzneimitteln.

Kolektomie

Operative Entfernung des Dickdarms.

Koloskopie

siehe Endoskopie.

Leukozyten

Leukozyten, auch weiße Blutkörperchen genannt, sind gewissermaßen die Blutpolizei. Sie erkennen und machen Krankheitserreger unschädlich und schützen so den Körper vor Infektionen. Bei entzündlichen Vorgängen ist die Anzahl der Leukozyten im Blut erhöht.

Lymphozyten

Sie gehören zu den Leukozyten (=weißen Blutkörperchen). Die Hauptaufgabe der Lymphozyten ist die Erkennung von Fremdstoffen, wie z.B. Bakterien und Viren, und deren Entfernung. Man unterscheidet T- und B-Lymphozyten, die unterschiedliche Funktionen haben.

Makrophagen

Zellen des Immunsystems, die Partikel (Bakterien, Viren, Zellfragmente, Fremdkörper, Antigen-Antikörper-Komplexe etc.) in sich aufnehmen (Phagozytose) und zerstören.

Monozyten

Monozyten gehören zu den Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und sind, wie Makrophagen, Zellen des Immunsystems und erfüllen die gleichen Aufgaben.

Osteoporose

Verminderung des Knochengewebes bzw. der Knochendichte.

Phagozyt

Sogenannte Fresszelle: Makrophagen und Monozyten, die zur Phagozytose befähigt sind.

Phagozytose

Die aktive Aufnahme von Partikeln in das Innere einer Zelle zur Eliminierung von Fremdelementen.

Polyp (Dickdarmpolyp)

Dickdarmpolypen sind pilzförmige Geschwülste in der Darmschleimhaut.

Pouch

Ein ileoanaler Pouch (IAP) nach Entfernung des Dickdarms ist eine Tasche, die durch eine operative Verbindung von Dünndarmanteilen entsteht und den Dünndarm mit dem After verbindet.

Pouchitis

Entzündung der Dünndarmschleimhaut - siehe Pouch.

Primär sklerosierende Cholangitis

Entzündung der Gallengänge mit Verschluss aufgrund krankhafter Bindegewebsvermehrung.

Proktitis

Entzündung des Mastdarms

Pyoderma gangraenosum

Hauterscheinungen – schmerzhafte, münz- bis handtellergroße Geschwüre mit rot-weißlichem Grund an Armen und/oder Beinen.

Rektoskopie

siehe Endoskopie.

Remission

Beschwerdefreiheit

Sigmoidoskopie

siehe Endoskopie.

Stoma

Eine künstlich geschaffene Hohlraumöffnung zur Körperoberfläche, z. B. ein künstlicher Darmausgang.

Suppositorium

Zäpfchen zur Anwendung von Arzneimitteln.

T-Zelle / T-Lymphozyt

Lymphozyt, welcher für die zellvermittelte Immunantwort verantwortlich ist. Zu den T-Lymphozyten gehören u. a. die T-Helferzellen, die eine wichtige Rolle beim Auslösen der Immunreaktion spielen.

Tumornekrosefaktor alpha (TNF-a)

Von Immunzellen gebildeter Botenstoff (=Zytokin). TNF-a beeinflusst Entzündungen, Immunabwehr, Blutbildung und Tumoren, indem er unter anderem die Produktion und Freisetzung von anderen entzündungsfördernden Faktoren stimuliert und die Durchlässigkeit der Gefäße im entzündlich veränderten Gewebe erhöht. Er spiel auch eine zentrale Rolle bei den Entzündungsprozessen, wie z. B. bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

Zytokine

Von verschiedenen Zelltypen gebildete Botenstoffe, mit lokaler und systemischer (= im ganzen Körper) Signalwirkung, die damit dafür sorgen, dass alle notwendigen Beteiligten (Organe und Zellen) bei der Abwehrreaktion ihren Beitrag leisten können.

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